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Das Meer

vor Stadlandet (Stadhavet) stellt eines der 23 besonders ausgewiesenen Gefahrengebiete vor der norwegischen Küste dar. NORGES SJØKARTVERK, zuständig für die Kartographierung der Küste und Herausgeber nautischer Publikationen, hat eine Umfrage gehalten, um gefährlichen Gebieten auf die Spur zu kommen. In den Vorbemerkungen dazu heißt es unter anderem:
"Als wichtiger Bestandteil der Kartographierungsarbeit typisch 'gefährlicher' Strecken längs der Küste wurde eine umfangreiche Umfrage unter vielen Lotsen durchgeführt. Auch die Fischereiorganisationen wurden beteiligt. Das Ziel war, Informationen von erfahrenen Leuten einzuholen, die regelmäßig die Küstengewässer befahren.
An die Lotsen und Fischer wurden Fragebögen versandt, in denen sie gebeten wurden, die Wellenverhältnisse an denjenigen Orten zu beschreiben, von denen sie meinten, daß hier ungewöhnlich grobe See herrschte. Spezielles Interesse galt der Frage, ob in den jeweiligen Gebieten Brecher auftraten und ob es sich um ein Fahrwasser mit starker Strömung handelte. Ebenso wollte man Informationen über hervortretende Wellenrichtungen und dazu, ob spezielle Windrichtungen grobe See hervorriefen.
Antworten trafen von Personen ein, die längs der gesamten Küste ansässig waren, und es wurde auf ca. 20 gefährliche Gebiete hingewiesen. Einige Orte wurden hingegen mehrfach erwähnt, und Gebiete wie Hustadvika und Statthavet kehrten oft wieder."<1>
Im einzelnen wird dazu bemerkt:

"Gebiet 13. (62°14' N 05°06' O)
Statthavet ist seit langer Zeit als Gegend mit sehr hartem Wetter bekannt, und von vielen Seiten ist das Gebiet als gefährlich hervorgehoben worden. Die Wassertiefe variiert zwischen ca. 60 m und 150 m. Es ist angegeben worden, daß Wind besonders aus Südwest bis Nord grobe See verursacht. In diesen Fällen kommen die Wellen direkt vom Meer herein. Die Strömung in diesem Fahrwasser beträgt zwischen 2 und 4 Knoten, und wenn sie auf die Wellen trifft, entwickeln sich kräftige Sturzseen; die Dünung bäumt sich auf.
Das Fahrwasser nahe Haugsholmen und dem flachen Stålrevet (20m) sowie mehrere kleine Flachgebiete dazwischen sind als Gebiete mit besonders schwerer See genannt worden."<2>

Diese Beschreibung bezieht sich nicht auf Vanylvsfjorden, sondern auf das außerhalb von Haugsholmen und Stadlandet befindliche Gebiet, das ein Befahren mit offenen Booten ohnehin ausschließt. Doch auch Vanylvsfjorden kann unter Umständen selbst für etwas größere Fahrzeuge recht tückisch werden.

Eine Episode dazu: Am 4. April 1997 fuhren mein Sohn Tobias (damals 9) und ich am Vormittag mit Petter Nybø ein kurzes Stück hinaus, um ein tags zuvor ziemlich dicht unter Land ausgebrachtes Netz zu ziehen. An den Vortagen war es ausgesprochen windig gewesen (der Wetterbericht hatte full storm<3> ved Stad versprochen und dieses Versprechen auch gehalten), doch hatte es sich zwischenzeitlich etwas beruhigt; lediglich eine Altdünung war noch vorhanden. Urplötzlich briste es jedoch wieder auf 7 bis 8 Windstärken auf; die See wurde sehr schnell recht grob, und die Gefahr, das Netz in die Schraube zu bekommen, war zu groß, als daß wir an die Arbeit hätten gehen können. Nachdem wir wieder in den Hafen eingelaufen waren, unterhielten wir uns mit einem anderen Fischer, dessen Boot über gut die anderthalbfache Größe verfügte. Auch er hatte unverrichteter Dinge zurückkehren müssen...


<1> Dnl 1, 111. Hervorhebung durch mich. [Zurück]
<2> Dnl 1, 116. [Zurück]
<3> Windstärke 10. Eine Übersicht über die norwegischen und deutschen Bezeichnungen der Windstärken finden Sie hier. [Zurück]


Erstellt: 28. August 2000 - Letzte Änderung: 18. November 2000