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Die Rückfahrt

läßt sich leider nicht vermeiden. In Anbetracht der Tatsache, daß das Schiff Oslo täglich um 1400 Uhr in Oslo ablegt, ist es illusorisch, am selben Tage Hammaren und Oslo verlassen zu wollen. Theoretisch ist es zwar zu schaffen, doch muß die Abreise spätestens um 0400 Uhr erfolgen, was bei der ermittelten Fahrzeit von 8 Stunden und einigen (kurzen!) Pausen ausreicht, eine Stunde vor Abfahrt Hjortneskaien zu erreichen. Aber dazwischenkommen darf dann nichts...
Besser und nervenschonender ist es, die Rückreise bereits einen Tag vor Abfahrt der Fähre zu beginnen und eine Übernachtung einzuplanen.

Bei der Wahl der Fahrstrecke bietet sich neben den bereits aufgezeigten Routen der Hinfahrt eine dritte Alternative an, die nicht nur aus landschaftlichen, sondern aus ganz speziellen anderen Gründen (auf die ich noch näher eingehen werde) nicht unerwähnt bleiben darf. Zunächst sei gesagt, daß man natürlich sehr gut denselben Weg wie auf der Hinfahrt benutzen kann - die andere Blickrichtung vermittelt den Eindruck, eine völlig unbekannte Landschaft zu durchreisen. Wer jedoch die Strecke schon mehrere Male gefahren ist, mag vielleicht nach einer Abwechslung suchen, die als Route 3 folgendermaßen verläuft:

Von Hakallestranda auf Fv nach Fiskå, dort auf Rv 61 in Richtung Hareid abbiegen. Fähren Koparnes/Årvik und Hareid/Sulesund. Der fahrplanmäßige Anschluß in Hareid ist so berechnet, daß man ihn erreicht, wenn man die Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht nennenswert überschreitet. Weiter Richtung Ålesund nach Spjelkavik, dort auf Rv 9 nach Åndalsnes abbiegen. Diese Straße verläßt man erst in Dombås, wo man auf E 6 in Richtung Oslo einschwenkt. Von hier sind es noch etwa 2 1/4 Stunden bis Lillehammer, das sich als Übernachtungsort anbietet. Die Streckenlänge beträgt 456 km, wofür eine Fahrzeit von etwa 6 1/2 Stunden einzukalkulieren ist - Wartezeiten an den Fähren, die Überfahrten sowie Pausen kommen hinzu. Am nächsten Tag verbleiben nur noch 185 km und etwas mehr als zwei Stunden bis Oslo.

Besondere Erwähnung bedarf diese Strecke deswegen, weil sie Strynefjellet umgeht und ein Fortkommen auch dann zuläßt, wenn die Straße über das Gebirge gesperrt ist, was im zeitigen Frühjahr, späten Herbst und natürlich im Winter jederzeit vorkommen kann.

Ostern 1997 wurden wir selbst hiervon betroffen. Während unseres gesamten Aufenthaltes herrschte ausgesprochen schlechtes Wetter mit Sturm und kräftigen Niederschlägen, die zunächst als Regen, später überwiegend als Schnee fielen. Hatte die örtliche Tageszeitung noch am 24. März auf der Titelseite Fylte påskefjellet<1> gemeldet und über starken Ausflugsverkehr in die Gebirgsregionen berichtet, gleichzeitig jedoch Hinweise zum kolonnekjøring gegeben<2>, lasen sich die Schlagzeilen und Überschriften in den Folgeausgaben völlig anders:
Mildvær øker snøskredfaren
<3> - Livsfarleg i fjellet<4> - Snøsjokk på Bondalseidet<5> - Stor rasfare i leheng<6> - 48 skader til no<7> - To omkom i snøskred<8> - Tre leteaksjoner avblåst - 9 mennesker funnet i god behold<9> - Snøras på Fillefjell<10>.

Nach Ostern konnte man lesen:
Flaumfull påskeslutt
<11> - Geiranger var isolert<12> - Veger er stengt<13> - Ødela kjellere, hager og veger<14> - Storfonn skapte angst i Ørsta<15> - Dramatisk i Barstadvik<16> - Vegen i Solnørdal: Sperra på uviss tid<17> - Vasskadde vegar i Sula<18>.
Auch in den nächsten Tagen trat keine wesentliche Wetterbesserung ein. Große Schneemengen führten in Verbindung mit starkem Wind dazu, daß am 6. April, dem Tag vor unserer Abreise, im Rundfunk davor gewarnt wurde, Rv 15 über Strynefjellet könne på kort varsel
<19> gesperrt werden. Um ungewisse Wartezeiten und kolonnekjøring zu vermeiden, benutzten wir dann die Ausweichstrecke, die uns trotz längerer stark vereister Abschnitte in Romsdalen sicher nach Lillehammer brachte.


<1> Gebirge über Ostern gut besucht; Sunnmørsposten (SP) Nr. 70/97, S. 1. [Zurück]
<2> Ebd. S. 14. [Zurück]
<3> Mildes Wetter erhöht Lawinengefahr; SP vom 26. März, S. 17. [Zurück]
<4> Im Gebirge lebensgefährlich; SP vom 29. März, S. 1. [Zurück]
<5> Schneeschock in Bondalseidet; ebd. S. 6. [Zurück]
<6> Große Lawinengefahr an Leehängen; ebd. S. 9. [Zurück]
<7> Bis jetzt 48 Verletzte; ebd. [Zurück]
<8> Zwei Tote durch Lawine; ebd. S. 10. [Zurück]
<9> Drei Suchaktionen abgebrochen - 9 Menschen in guter Verfassung gefunden; ebd. [Zurück]
<10> Schneelawine auf Fillefjell; ebd. [Zurück]
<11> Ostern endete mit Hochwasser; SP vom 1. April, S. 1. [Zurück]
<12> Geiranger war abgeschnitten; ebd. [Zurück]
<13> Straßen sind gesperrt; ebd. [Zurück]
<14> Keller, Gärten und Straßen zerstört; ebd. S. 6. [Zurück]
<15> Angst in Ørsta nach heftigem Erdrutsch; ebd. [Zurück]
<16> Dramatische Augenblicke in Barstadvik; ebd. [Zurück]
<17> Straße in Solnørdal für ungewisse Zeit gesperrt; SP vom 2. April, S. 5. [Zurück]
<18> Straßen in Sula durch Wasser beschädigt; ebd. [Zurück]
<19> Ohne längerfristige Vorankündigung. [Zurück]
Erstellt: 29. August 2000 - Letzte Änderung: 18. November 2000